Was wir erreichen wollen

p2d2 ist kein Datenportal. p2d2 ist ein Prozess- und Synchronisationswerkzeug, das Öffentliche Verwaltung, OpenStreetMap-Community und Menschen vor Ort dabei unterstützt, öffentliche Geodaten schrittweise gemeinsam sichtbar, nutzbar und pflegbar zu machen.

Die Leitidee: ein digitaler Zwilling von unten

Ein digitaler Zwilling entsteht, wenn möglichst oft drei Dinge zusammenkommen:

  1. Ein Fachverfahren, das eine Verwaltung teilen möchte
  2. Freigabefähige Daten aus diesem Fachverfahren
  3. Menschen mit lokalem Interesse, die mitwirken

Ein einzelnes Thema ist dabei noch kein vollständiger digitaler Zwilling. Er entsteht schrittweise: Je mehr Fachverfahren einer Kommune, eines Landes oder eines Staates dauerhaft mit OpenStreetMap abgeglichen werden, desto vollständiger wird die gemeinschaftlich gepflegte Abbildung des öffentlichen Raums.

Wo wir anfangen – und wo wir nicht aufhören

Der Einstieg gelingt am direktesten über Kommunen: Dort liegen Fachverantwortung, Daten und lokales Interesse oft am nächsten beieinander. Ein naheliegendes erstes Thema sind zum Beispiel Grabfluren – verpflichtend ist das aber nicht; welches Thema bearbeitet wird, entscheidet der Dialog zwischen Verwaltung und Bürgerschaft vor Ort.

Das Prinzip ist dabei nicht auf die kommunale Ebene beschränkt. Überall dort, wo eine öffentliche Stelle – auch auf Landes- oder Bundesebene – fachliche Verantwortung für ein Geodaten-Fachverfahren trägt, ist der gleiche Ansatz grundsätzlich anwendbar. Wir prüfen aktuell, wie sich dieses Modell auch oberhalb der kommunalen Ebene konkretisieren lässt; zugesagt ist dazu noch nichts.

Warum Europa mehr ist als eine spätere Ausbaustufe

OGC-Dienste wie WMS oder WFS werden von einzelnen Behörden bereitgestellt und enden technisch wie fachlich oft exakt an Verwaltungs- oder Staatsgrenzen. INSPIRE gibt europaweit einen gemeinsamen Standard vor – sorgt aber nicht automatisch dafür, dass Unstimmigkeiten an diesen Grenzen auffallen: Nachbarländer können unterschiedliche Dienste, Formate oder Aktualisierungsstände verwenden, ohne dass jemand den Unterschied bemerkt.

Werden Datenbestände mehrerer Länder dagegen auf einer gemeinsamen, offenen Plattform wie OpenStreetMap zusammengeführt, werden solche fachlichen Brüche an Grenzen sichtbar – für beide Seiten gleichzeitig. Das schafft einen Anreiz zur Klärung, den ein reiner Standard allein nicht erzeugt. Auch das ist eine Perspektive, kein zugesagtes Ergebnis; sie setzt voraus, dass mehrere Körperschaften unabhängig voneinander mit OpenStreetMap synchronisieren.

Was uns dabei wichtig ist

  • Datenhoheit: Kommunen und Organisationen behalten die Kontrolle über ihre eigenen Daten. p2d2 will keine Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter schaffen – auch nicht von sich selbst.
  • Open Source: p2d2 ist unter der EUPL-1.2 veröffentlicht. Das macht die Funktionsweise nachvollziehbar, ermöglicht öffentliche Prüfung und sichert die Weiterentwicklung unabhängig vom ursprünglichen Team.
  • OpenStreetMap als offene Datenbasis: Daten, die in OpenStreetMap einfließen sollen, stellt die jeweilige Verwaltung unter CC0 bereit – das ist Voraussetzung für die Vereinbarkeit mit der ODbL-Lizenz von OSM.
  • CIVITAS/CORE als Erweiterung: Für Kommunen, die bereits CIVITAS/CORE einsetzen, soll ein künftiges AddOn es leichter machen, Datensätze, die sie mit ihrer Bürgerschaft teilen möchten, in den p2d2-Prozess zu überführen. p2d2 bleibt dabei auch als Standalone-Anwendung eigenständig nutzbar.

Woran wir gerade arbeiten

Aktuell überarbeiten wir die öffentliche Website, damit p2d2 für Verwaltung, OSM-Community und Stadtgesellschaft verständlich und einladend wird – das ist der erste Schritt vor der Ansprache weiterer Kommunen und möglicher Pilotvorhaben. Mehr zum aktuellen Stand und zur weiteren Planung: Entwicklungsstrategie bzw. konkret zur Roadmap 2026/27.